Privatsphäre auf Facebook – eine Illusion?
Grundlose Kritik und Beschimpfungen haben im wirklichen Leben in der Regel Konsequenzen. Im Internet und in sozialen Medien ist das nicht anders. Ein gewisses Maß an Vorsicht ist gefragt, da Sie sich mit allem, was Sie schreiben, verewigen und der digitale Spiegel Ihrer Identität sich kaum entfernen lässt. Der Schutz Ihrer Privatsphäre auf Facebook ist daher sehr wichtig!
Grundsätzlich stellt sich die Frage: Gibt es auf Facebook überhaupt eine Privatsphäre? Wie können wir kontrollieren, welche persönlichen Daten von uns auf Facebook zu finden sind? Folgender Beitrag hilft Ihnen dabei, die Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre auf Facebook (“Facebook Privacy”) kennenzulernen, einzuschätzen und auch anzuwenden!
Stufen-Konzept der Privatsphäre bei Facebook
Der Hauptzweck von Facebook ist es, Inhalte zu teilen! Damit man dabei die Kontrolle behält, welche Inhalte man mit wem teilt, hat Facebook seit Mai 2010 differenziertere und vereinfachte Privatsphäre-Einstellungen eingeführt. Die einzigen Informationen, die man weiterhin nicht unsichtbar machen kann sind der Name und das Profilbild!
Der Zugang zu allen anderen Informationen kann unterschiedlichen Nutzer-Gruppen zugänglich gemacht werden. Facebook unterscheidet hierbei mehrere Stufen der Privatsphäre:

Stufen-Konzept der Facebook-Privatsphäre
- Alle: Hier können alle Mitglieder des Netzwerks die (persönlichen) Informationen sehen.
- Freunde von Freunden: Hier können die Freunde zweiten Grades eingefügte Informationen sehen.
- Nur Freunde: Nur die von Ihnen akzeptierten Freunde können die (persönlichen) Informationen sehen.
- Benutzerdefiniert:
- Hier kann der Zugang zu Informationen generell ausgeschlossen werden (“Nur ich”),
- selbst bestimmbare Gruppen ausgeschlossen oder
- selbst bestimmbare Gruppen zugelassen werden.
Die Steuerung der benutzerdefinierten Privacy-Einstellungen erfolgt über Freunde-Listen. Mit Hilfe der Listen können nicht nur differenzierte Profilansichten definiert, sondern auch Nachrichten nur an bestimmte Freunde gesendet werden.
Schritt für Schritt zu mehr Privatsphäre bei Facebook
Es empfiehlt sich daher für jeden, der tatsächlich seine Daten schützen möchte, solche Listen in seinem Facebook Konto anzulegen. Am einfachsten ist es, zwischen zwei Gruppen zu unterscheiden: Privat und Geschäftlich. Es können aber beliebig viele Listen angelegt und auch Freunde mehreren Listen zugeordnet werden.
Schritt 1: Facebook Liste anlegen
Loggt man sich bei Facebook ein, gelangt man zuerst auf seine Startseite (individualisierte Newsfeed-Seite). Klickt man in der linken Spalte auf den Button “Freunde” (http://www.facebook.com/friends/edit/), kommt man auf folgende Unterseite:
Unter “Freunde bearbeiten” kann man sich “alle Freunde”, “Kürzlich kontaktierte” und “Kürzlich hinzugefügte” Freunde anzeigen lassen. Außerdem kann man Freunde nach den Kriterien “Ort, Schule, Arbeitsplatz und Interesse” suchen bzw. auswählen. Je nachdem, ob man sich in einem Netzwerk registriert hat, kann man Freunde selektieren, die auch Mitglied in diesem Netzwerk sind.
Um eine Liste zu erstellen muss nun auf den Button “Liste erstellen” geklickt werden.

Liste mit Freunden erstellen. Quelle: http://www.facebook.com/friends/edit/
Hier können Freunde ausgewählt und individuellen Listen zugeordnet werden. Geben Sie dazu einen Namen für die Liste ein, z.B. “Privat” oder “Geschäftlich”, und markieren Sie die Personen bzw. Seiten, die der Liste zugeordnet werden sollen. Mit dem Klicken auf “Liste erstellen” speichern Sie die Liste. Die neue Liste wird nun in der linken Menü-Leiste angezeigt. Wenn Sie auf darauf klicken, können Sie die Liste bearbeiten und weitere Personen hinzufügen.

Freunde für eine Facebook-Liste wählen. Quelle: http://www.facebook.com/friends/edit/
Schritt 2: Privatsphäre-Einstellungen richtig konfigurieren
Zu den “Privatsphäre-Einstellungen” gelangt man über den Reiter “Konto” (rechte obere Ecke). Hier kann man nun individuell einstellen, mit wem man persönliche Inhalte auf Facebook teilen möchte. Es wird bestimmt, wer z.B. über Änderungen in Status, Fotos, Beiträgen, Familie, Biographie etc. informiert werden darf. Dafür werden wiederum die zuvor angelegten Listen eingesetzt.
Es gibt insgesamt vier Kategorien (http://www.facebook.com/privacy/explanation.php#!/privacy/explanation.php):

Privatsphäre-Einstellungen (Quelle: http://www.facebook.com/privacy/explanation.php#!/privacy/explanation.php)
- Inhalte auf Facebook teilen (1):
Benutzerdefinierte Einstellungen ermöglichen es individuell festzulegen, wer Pinnwand-Einträge, Markierungen etc. sehen und kommentieren darf: Alle – Freunde von Freunden – Nur Freunde – Benutzerdefiniert (siehe Abschnitt Stufen der Privatsphäre bei Facebook).
Hier wird unterschieden zwischen “Dinge, die ich teile” (Beiträge, Beziehungen, Interessen, Geburtstag etc.), “Dinge, die anderen Personen teilen” (Fotos, Kommentare, Pinnwand-Posts auf der eigenen Pinnwand von anderen) und allgemeine “Kontaktinformationen”. Über das Schloss-Symbol können wieder gewünschte Einschränkungen vorgenommen werden.
Über “Benutzerdefiniert” und “Bestimmte Personen” können entweder einzelne Freunde oder der Name einer gewünschten Liste (vorher bestimmt, siehe oben) eingegeben werden. Somit lassen sich Informationen (jeglicher Art) sichtbar oder unsichtbar machen. - Allgemeine Informationen (2):
Facebook empfiehlt bestimmte Basisinformationen allen sichtbar zu machen, weil Freunde einen dann einfacher finden können und sich die Facebook-Community so leichter aufbauen lässt. - Anwendungen und Webseiten (3):
Der Zugang auf persönliche Informationen von außerhalb kann über Privatsphäre-Einstellungen eingeschränkt oder hier gesperrt werden (Haken entfernen). - Blockierlisten (4):
Im Notfall können hier Personen gesperrt werden. Interaktion, Informationen, Einladungen (Freundschaft, Spiele, Anwendungen) können im Einzelnen blockiert werden.
Schritt 3: Gefunden werden innerhalb und außerhalb von Facebook
Man kann bei Facebook bestimmen, ob das persönliche Profil gefunden werden soll. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
- Über die Facebook-Suche: Möglichkeit auf Facebook nach mir zu suchen. Sie finden die Einstellungen unter Konto –> Privatsphäre-Einstellungen –> Allgemeine Informationen (siehe Punkt 2 Screenshot oben).
- Über die öffentliche Suche (Suchmaschine wie z.B. Google): Hier kann man bestimmen, ob die öffentliche Ansicht des eigenen Profils über Google, Yahoo! oder Bing gefunden werden kann. Ist die öffentliche Suche aktiviert, wird bei Eingabe des jeweiligen Namens eine Vorschau vom Facebook-Profil gezeigt. Allerdings können von der Suchmaschine zwischengespeicherte Informationen dennoch gezeigt werden. Sie gelangen zu den Einstellungen über Konto –> Privatsphäre-Einstellungen –> Anwendungen und Webseiten (siehe Punkt 3 Screenshot oben) –> Öffentliche Suche.
Schritt 4: Test – So sehen andere Ihr Profil
Facebook bietet die Möglichkeit, zu kontrollieren wie das eigene Profil von außen aussieht (über Benutzerdefinierte Einstellungen –> Vorschau für mein Profil). Testen Sie außerdem bei den gängigen Suchmaschinen (Google, Yahoo! oder Bing), ob Ihr Facebook-Profil angezeigt wird und welche Informationen zugänglich sind.
Schritt 5: Neuigkeiten kontrolliert teilen
Um Neuigkeiten und letzte Aktivitäten in seiner Facebook-Gemeinschaft zu verbreiten, kann man über seinen Facebook-Newsfeeds (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,680740,00.html) mit einem Klick alle Freunde informieren. Zählen jedoch nicht nur enge Freunde zu den Facebook-Freunden, sondern auch Bekanntschaften und Kollegen, sollten die Adressaten eingeschränkt werden, wenn die Nachricht nicht für jeden bestimmt ist.
Über das Schloss-Symbol können Einschränkungen vorgenommen werden. Tippen Sie Ihre Nachricht in das vorgesehene Feld ein. Klicken Sie auf das Schloss-Symbol und wählen Sie Ihre Einstellungen. Gerade hier ist der Einsatz von Freunde-Listen sinnvoll!
Außerdem besteht natürlich immer die Möglichkeit, private Nachrichten auf Facebook an einzelne Personen oder auch Listen (vergleichbar mit einem E-Mail-Verteiler) zu verschicken.

Facebook-Nachrichten benuterdefiniert mitteilen. Quelle: facebook.com
Quellen
- Facebook:
http://www.facebook.com/ - Facebook-Sicherheitsbereich:
http://www.facebook.com/privacy/explanation.php#!/help/?safety - Facebook-Privatsphäre-Einstellungen:
http://www.facebook.com/privacy/explanation.php#!/privacy/explanation.php - Verbraucher sicher online:
http://www.verbraucher-sicher-online.de/artikel/nackt-im-sozialen-netzwerk








Danke, dieser Beitrag ist sehr konstruktiv und praxisnah. –
Das sind genau die Empfehlungen, die wir auch immer wieder aussprechen. Leider wird man ja erst dann gefragt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Ab sofort werden wir zum Thema “Facebook” einfach den Link auf die MECK-Seite weitergeben.
Grüße vom BrainFOX-Team.
Zu Facebook kann man wirklich jeden Tag etwas interessantes schreiben.
[...] Nutzen Sie die Möglichkeiten der vereinfachten Privatsphäre-Einstellungen von Facebook. Mehr Informationen finden sie in unserem Artikel: “5 Schritte für mehr Privatsphäre auf Facebook mit Listen“. [...]
Der Bericht ist beachtlich, danke hierfür. Ich hatte bloß ursprünglich einige Probleme, Euren feed zu aboonieren. Passiert das anderen Lesern ebenfalls? Egal, wenigstens hat es dann geklappt, wird sich zeigen, ob der RSS-Feed funktioniert wie er soll wie er soll.
Vielen Dank für den Hinweis. Wir werden der Sache nachgehen!
Wieso kann ich neu hinzugefügte Freunde nicht in der Privatssphäre bzw. Benutzerdefinierte Einstellungen nutzen? Habe gewisse Felder wie beziehungen oder ähnliches und wollte die Inhalte nicht für alle freigeben. Kann aber die neuhinzugefügten Namen nicht nutzen. Die werden nicht angezeigt. Hilfe
Hallo Julia,
so ganz verstehe ich die Frage nicht. In den Privatsphäre-Einstellungen musst Du auf “Benutzerdefinierte Einstellungen” klicken. Dort werden die Freunde aber nicht bearbeitet.
Um Freunde verschiedenen Listen zuzuordnen, musst Du aber in der Navigation unter “Freunde” klicken. Dann “Freunde bearbeiten” (oben rechts) und anschließend “Liste erstellen”(auch oben rechts). Nicht vergessen: alle Freunde auswählen. Nun müsstest Du entsprechende Listen erstellen können.
Mithilfe der Listen kannst Du nun Inhalte nur bestimmten Nutzern schicken. Dazu auf das Schloss unter der Eingabemaske klicken. Unter “Dies sichtbar machen für” wählst Du dann “Bestimmte Personen …” und tippst nun den Namen der Liste ein.