Was genau macht Google so reizvoll, Dienste des als Datenkrake verschrieenen Internetriesen zu nutzen? Das mittlerweile weltweit zu einem der mächtigsten und wertvollsten Konzerne aufgestiegene Google bietet sämtliche Dienste kostenlos an, was derartig in diesem Umfang bei keinem Konkurrenten zu finden ist. Doch was bieten Googles Dienste wirklich? Gibt es überhaupt noch vergleichbare Leistungen von Konkurrenten, welche nicht ständig wegen mangelndem Datenschutz in der Kritik stehen? Oder bleibt dem modernen Internet-User nichts anderes übrig, als sich mit den Funktionalitäten von Google vertraut zu machen, um erfolgreich online agieren zu können? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, stellt das MECK in einer Beitragsserie die beliebtesten Angebote Googles vor und vergleicht sie mit im Netz verfügbaren Alternativen. Dieser Teil untersucht Google Kalender und die entsprechende Konkurrenz.
Weitere Teile der Serie
- Teil 1: Einführung
- Teil 2: E-Mail (Google Mail)
- Teil 3: Kalender (Google Kalender)
- Teil 4: Maps (Google Maps)
- Teil 5: Internet-Browser (Google Chrome)
- Teil 6: Webanalysen (Google Analytics)
- Teil 7: Zusammenfassung
Bedeutung von digitalen Terminkalendern
Wann war das Geschäftsmeeting noch gleich? Montag? 14:00 oder 15:00 Uhr? Nicht nur wer des Öfteren über solche Fragen stolpert, ist auf einen vernünftigen digitalen Terminkalender angewiesen. Dieser sollte sich wenn möglich nicht nur die entscheidenden Termine merken, sondern auch rechtzeitig daran erinnern.
Digitale Kalender verfügen über eine Vielzahl weiterer nützlicher Funktionen, welche den täglichen Umgang mit wichtigen Terminvereinbarungen erleichtern. Welcher Anbieter ist aber besonders geeignet, um geschäftliche sowie private Termine zu verwalten? Um diese Frage zu beantworten, folgt im Anschluss eine Analyse des Kalenders von Google und mögliche kostenlose Alternativen.
Google Kalender und Alternativen
Grundfunktionen
Google Kalender bietet alle gängigen Grundfunktionen, die man sowohl privat als auch geschäftlich benötigt. Neue Kalendereinträge können beliebig in den hinterlegten Unterkalendern eingetragen sowie bestehende editiert bzw. gelöscht werden. Verschiedene Kalender machen in dieser Hinsicht Sinn, da private Anlässe von geschäftlichen Terminen abgegrenzt werden können und somit die Übersichtlichkeit gefördert wird. Wiederkehrende Termine, wie etwa Geburtstage, lassen sich mit einem speziellen Marker versehen, so dass der Termin des Chefs auch in einem Jahr nicht vergessen wird. Darüber hinaus lassen sich auch komplexe Terminkomplexe einfach abbilden, etwa ein Monatgsmeeting, welches alle drei Wochen stattfindet und auf insgesamt 10 Sitzungen angesetzt ist. Eine Erinnerungsfunktion schickt dann – je nach Bedarf auch mehrere – Benachrichtigungen in unterschiedlichen Zeitabständen, sei es per E-Mail, Pop-Up oder auch per kostenloser SMS. Wer bei dieser Fülle an Möglichkeiten noch einen Termin verschläft, ist selbst schuld.
Alternativen an Online-Kalendern gibt es durchaus. Die Kalender von http://www.k5n.us oder http://www.mymemorizer.com bieten bspw. ebenso kostenlos Features wie die Eintragung von Terminen unterschiedlicher Kategorien und verschiedener Häufigkeiten. Hinsichtlich der Erinnerungsfunktionen bietet Google jedoch die meisten Optionen. Gerade die praktischen SMS-Benachrichtigungen sind bei kostenlosen Anbietern oft auf ein bestimmtes Kontingent begrenzt. So versendet mymemorizer lediglich zwei SMS pro Tag – für intensive Kalendernutzer mit vielen Terminen ist das zu wenig. Kostenpflichtige und online basierte Varianten können Google folglich hinsichtlich Terminorganisation und -erinnerung nicht das Wasser reichen.
Usability
Über das Webinterface lassen sich bei Google Kalender alle Terminabsprachen zentral über einen beliebigen Browser steuern. Die Bedienung ist durchdacht und lässt sich durchaus als Alternative zu installierter Software verwenden. Darüber hinaus ermöglichen es Shortcuts (Tastaturkürzel), die Verarbeitungsgeschwindigkeit weiter zu erhöhen. Möchte man aber nicht auf Outlook, iCal oder ähnliche Verwaltungssoftware verzichten, lässt sich Google Kalender per Microsoft Exchange Schnittstelle direkt anbinden, um die Verwaltung dezentral zu steuern. Die Synchronisation mit dem Server erfolgt dann selbstständig im Hintergrund ohne weiteres Zutun des Nutzers.
Erwähnte Online-Kalender weisen eine ähnlich intuitive und einfache Bedienung auf. Doch gerade die Microsoft Exchange Schnittstelle wird sonst von keinem Anbieter kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Performance von Online-Kalendern kommt trotz vieler Verbesserungen der letzten Monate allerdings nicht ganz an die installierter Kalendersoftware wie z. B. von Microsoft Outlook heran. Der Nachteil installierter Lösungen ist wiederum, dass der Kalender an den PC mit der jeweiligen Installation gebunden ist. Der minimale Performance-Nachteil eines Web-Kalenders wie Google ist aufgrund der zahlreichen dadurch entstehenden Vorteile jedoch zu vernachlässigen.
Synchronisation/Mobile Endgeräte
Unterwegs möchte man schnell neue Termine eintragen oder einsehen, ohne gleich das Notebook einzuschalten. Ein Smartphone mit Microsoft Exchange Schnittstelle vorausgesetzt, ermöglicht Google Kalender die Synchronisation aller Unterkalender in Echtzeit über das Mobilfunknetz. Registriert der Server ein neues Event, das etwa per Webbrowser eingetragen wurde, erscheint es bereits Sekunden später auf dem Smartphone. Lästige Synchronisierung per Kabel und proprietärer Software gehören damit der Vergangenheit an.
Bei diesem Punkt offenbart sich wohl der größte Vorteil des Google Kalenders. Lassen sich manche Benachrichtigungen oder Usability-Vorteile für den ein oder anderen Nutzer noch verschmerzen, so ist die fehlende Synchronisationsmöglichkeit mit mobilen Endgeräten wie z. B. mit einem iPhone oder Blackberry ein echtes K.O.-Kriterium für andere Kalenderanbieter. Gerade aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Smartphones im geschäftlichen Umfeld ist eine Synchronisation von Kalenderfunktionen mit diesen in Zukunft absolut notwendig. Derzeit ist es kostenlos und online-basiert nur mit einem Google-Account möglich, wie oben beschrieben sämtliche Kalenderdaten mit dem Smartphone zu synchronisieren. Installierte Software wie z. B. Microsoft Outlook bietet dieses Feature z. T. wiederum an, ein entsprechender Server ist dafür jedoch Voraussetzung. Ferner befinden sich für interessierte Leser zum Theme Synchronisation mit mobilen Endgeräten einige weiterführende Quellen am Ende des Artikels.
Zusatzfunktionen
Google Kalender hält jede Menge zusätzliche Funktionen bereit. Einer der besten Zusatzfunktionen ist hierbei die Freigabe der eigenen Kalender. So lassen sich einfach mit der Funktion „Terminfreigabe unter Kollegen“ notwendige Absprachen realisieren und so den Workflow beschleunigen. Private oder öffentlich freigegebene Kalender lassen sich umgekehrt auch abonnieren. So entfällt etwa durch das Hinzufügen des Kalenders „Deutsche Feiertage“ die manuelle Eingabe der arbeitsfreien Tage in den eigenen Kalender.
Auch genannte Online-Lösungen bieten hinsichtlich Terminfreigabe und Kollaboration ähnliche Features, solange die jeweiligen Nutzer beim gleichen Anbieter angemeldet sind.
Video: Erstellen eines Termins mit Google Calendar
Quo Vadis, Kalender?
Google Kalender bietet umfassende Kalenderfunktionen, die vor allem im geschäftlichen und mobilen Umfeld notwendig sind, um etwa Terminabsprachen integriert abzuwickeln – eine Partizipation der Teilnehmer bei Google Kalender vorausgesetzt.
Wurde beim Thema Mail (Teil 2 der Google-Dienst Serie) eine einigermaßen ebenbürtige Alternative zu Google’s Diensten gefunden, kristallisiert sich beim Thema Kalender ein ernüchterndes Bild heraus: Andere kostenlose Online-Kalender bieten zwar gängige Grundfunktionen, können aber die massenweise bereitgestellten Features von Google nicht vorweisen. Gerade für intensive Kalendernutzer, welche über jede Internetquelle auf den Kalender zugreifen und ihr Smartphone ebenfalls für die synchronisierte Eintragung und Realisierung wichtiger Termine verwenden wollen, ist derzeit ein Google-Kalender die einzige Alternative – sofern es online-basiert und kostenlos sein soll.
Derzeit beflügeln jedoch neue Anbieter den Kalendermarkt. Beispielswiese ist das Open-Source Angebot von http://www.funambol.com hinsichtlich dessen Features mit Google zu vergleichen, auf Synchronisation mit mobilen Endgeräten ausgelegt, kostenlos und klingt verlockend. Diese Lösung befindet sich allerdings noch in der Entwicklungsphase und konnte nicht getestet werden, somit ist bei unten stehender Tabelle bei vielen Kriterien ein n. e. für “nicht ermittelbar” vermerkt. Ansonsten gibt es aufgrund der genannten Fakten einen klaren Punktsieg für Google.
Weitere Teile der Serie
- Teil 1: Einführung
- Teil 2: E-Mail (Google Mail)
- Teil 3: Kalender (Google Kalender)
- Teil 4: Maps (Google Maps)
- Teil 5: Internet-Browser (Google Chrome)
- Teil 6: Webanalysen (Google Analytics)
- Teil 7: Zusammenfassung
Quellen
- http://www.google.com/calendar/
- http://www.zdnet.de/mobiles_arbeiten_telekommunikation_telco_so_geht_s_online_kalenderdaten_mit_dem_handy_synchronisieren_story-20000104-39160102-1.htm
- http://www.teltarif.de/microsoft-exchange-outlook-active-sync/news/37411.html
- http://www.k5n.us/
- http://www.mymemorizer.com/
- http://www.funambol.com/
Bedeutung von digitalen Terminkalendern












Guten Tag Hr. O. Freitag
Ein Dankeschön für Ihren aufschlussreichen Vergleich der Kalender.
Auch ich benutze den Google-Kalender mit seinen umfangreichen Möglichkeiten.
Einen gravierenden Fehler hat der Kalender aber bei der Suchfunktion.
Eine Terminsuche unter Verwendung des * (Asterisk) ist nicht möglich!
Und das bei Google – der Suchmaschine!
Und Google schreibt hier ausgerechnet noch von einer schlauen Suchfunktion;
Link; https://sites.google.com/a/cleverapps.at/service/google-apps/warum-google-kalender
Zitat:
Da der Google Kalender ein Produkt von Google ist, verfügt er selbstverständlich über eine mächtige Suchfunktion. In einer Sekunde haben Sie sämtliche Kalendereinträge gefunden, in Ihren eigenen Kalendern oder der Ihrer Kollegen.
Es ist nur zu hoffen, dass Google dieses gravierende Manko bald beheben wird.
Freundliche Grüsse
O. Roth
Vielen Dank für den aufschlussreichen Kommentar.
Das beschriebene Problem existiert in der Tat. Ziemlich nervig. Wenn man Google Kalender per iPhone synchronisiert (Exchange), kann man einfach direkt in der Kalender App am iPhone suchen. Eine wirkliche “Lösung” ist das aber auch nicht…
Ich vermisse beim Kalendervergleich die Angebote von Yahoo und Hotmail – das sind m.E. die direkten Konkurrenten von Google Calendar.
Vielen Dank für den Hinweis. Wir werden versuchen, den Vorschlag bei die weiteren Planungen unseres Blogs zu berücksichtigen.