Ein Burger gegen 10 Freunde!
“Whopper Sacrifice” – Mit dieser Aktion zeigte Facebook sein Potential im B2C (Business to Customer) Bereich. Anfang 2009 startet Burger King in den USA die Marketingkampagne mit einer Facebook Applikation: Jeder US-Facebook-Nutzer bekommt einen Gratis-Hamburger, wenn er 10 seiner Facebook-Kontakte dafür opfert. In nur einer Woche wurden ca. 234.000 Facebook-Freundschaften beendet. Danach wurde die Applikation von Facebook eingestellt, denn sie bedrohte offensichtlich das Geschäftsmodell des sozialen Netzwerks. Das Beispiel zeigt, wie Facebook es Unternehmen möglich macht, eine große Reichweite zu erzielen und virale Effekte zu nutzen.
Mehr zum Thema: Was ist eigentlich Facebook?
Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=XXd0UoxK-Ik
Wo bleibt die Web 2.0-Werbung?
Eine Erfolgsgeschichte schreibt auch ein Donut-Café aus Sri Lanka. 2008 startete der Besitzer seine Facebook-Strategie. Zuerst eröffnete er eine Facebook-Seite (engl. Page, auch Fanpage oder Fanseite genannt) und fing an Leute anzuschreiben, die sich für sein Business interessieren könnten. So entstand eine “I like”-Community und innerhalb weniger Monate wurden 10.000 Fans gewonnen. Indem er Werbung für die Facebook-Gruppe, die Seite und das Café selbst schaltet, wachsen die Verbindungen immer weiter an.
In Deutschland gibt es noch nicht viele solcher Erfolgsgeschichten. Dennoch gewinnt Facebook als Infrastruktur-Anbieter an Bedeutung und die Trennung zwischen beruflichen und privaten Aktivitäten im Netz verwischt auch in Deutschland immer mehr.
Facebook-Seite oder Unternehmens-Website?
Eine Facebook-Seite empfiehlt sich, weil Nutzer auf diese Weise detaillierte Informationen über einen Anbieter in einer bekannten Struktur erhalten. Andererseits können sie ihre Sympathie durch ein unkompliziertes Drücken des “Gefällt-mir”-Buttons äußern (auch am Anfang dieser Seite zu finden!). Dieses Statement verbreitet sich dann in ihrer Gemeinschaft wie ein Virus (virales Marketing).
Facebook-Seiten können sogar die offizielle Website des Unternehmen sein. Dies bietet mehrere Vorteile: Facebook-Seiten werden von Suchmaschinen registriert sind und schnell gefunden. Außerdem wird das Verhalten der Besucher nicht nur erfasst, aus anonymen Nutzern werden Fans mit Gesichtern. Gleichzeitig dient Facebook als einfaches Content-Management-System, für dessen Administration und Betrieb keine direkten Kosten anfallen.
Ein Beispiel für ein Unternehmen, das zumindest kurzfristig nur auf seine Facebook-Page gesetzt hat, ist der Sportartikel-Hersteller K2. Dort wurde auf der Homepage von K2skis.com nur ein Link zur Facebook-Seite angeboten. Dadurch konnten viele Fans auf die Facebook-Seite gelockt werden. Inzwischen ist die Website wieder online.
In drei Schritten zur Facebook-Community
Das große Ziel für Unternehmen sollte es sein, nicht nur eine gute Fan-Seite, sondern eine echte Community rund um das Business Schritt für Schritt aufzubauen. Wie nutzt man dafür die Infrastruktur von Facebook richtig?
1. Profil erstellen
Ein Unternehmensprofil ist der Start in die Facebook-Welt. Streng genommen spricht man von einer Business Page und nicht von einem Profil. Hier können zunächst alle wichtigen Informationen für potentielle Kunden eingetragen werden: Informationen über die Firma, Kontaktdaten, Pressemitteilungen, Neuigkeiten und vieles mehr.
Um eine solche Business Page einzurichten muss man als erstes die genaue Kategorie der Seite (z.B. Bar, Erziehung, Lebensmittel etc.) und den Namen angeben. Man sollte sich genau überlegen, welche Kategorie am besten zum Unternehmen passt! Danach wird die Seite mit Inhalten gefüllt und Verbindungen hergestellt:
1. Bild oder Logo,
2. Basisinformationen zum Unternehmen,
3. Status-Update,
4. “I like”-Box auf die eigene Website, um auf die Facebook-Page aufmerksam zu machen,
5. Handy einrichten, um Uploads einfach per Handy anzustoßen,
6. Verbindung zu Twitter.
2. Fanseite pflegen und Präsenz zeigen>
Das Besondere an einer Unternehmensseite im Vergleich zur Nutzerseite ist, dass “Freunde” nicht einfach hinzugefügt oder eingeladen werden können. Stattdessen müssen sich die Kunden aktiv dazu entscheiden, ein “Fan” zu werden, indem Sie den “I-like”-Knopf anklicken. Sobald Fans auf der Business-Seite sind, bietet Facebook die Möglichkeit, Nachrichten an die gesamte Fan-Gemeinschaft zu verschicken oder auf deren Facebook-Walls zu posten. Außerdem wird der Fan-Seiten-Betreiber laufend über Status-Updates seines Fans (in seinem Newsfeed) informiert.
Wichtig dabei ist:
- Der Betreiber muss die Seite immer aktuell halten und ihn mit interessantem Inhalt füttern.
- Den Fans müssen exklusive Inhalte angeboten werden, die sie nur auf der Fan-Page erhalten (z.B. Gewinnspiele, Angebote etc.).
- Fans müssen selbständig Neuigkeiten, Photos etc. posten und mit ihren Freunden teilen.
- Über die Notes App kann der eigene Blog oder Twitter importiert werden. So wird die Community automatisch über neue Artikel im Blog etc. informiert.
3. Facebook-Gruppen eröffnen
Facebook-Gruppen können von jedem gegründet werden, der zu einem bestimmtes Thema diskutieren oder es vorantreiben will. Jedes Mitglied hat die Möglichkeit etwas beizutragen – Photos, Videos und Statements.
Es gibt drei verschiedenen Arten von Gruppen: offene Gruppen, in die jeder eintreten kann oder geschlossene Gruppen, bei denen der Admin bestimmt, ob jemand eintreten darf oder nicht. Als dritte Art gibt es geheime Gruppen, bei denen man nur Mitglied werden kann, wenn man die Gruppe vorher schon kennt.
Schon mit dem Namen der Facebook-Gruppe kann man Leute begeistern und Aufmerksamkeit erregen. Mitglieder müssen animiert werden, sich an der Diskussion in der Gruppe zu beteiligen. Dies wird die Aktivität langsam steigern und Fans werden neue Leute in die Gruppe einladen.
Attention-Marketing: Facebook Ads
Bei Facebook Ads (FAD) kann der Werbetreibende die persönlichen Eigenschaften und Interessen der gewünschten Zielgruppe festlegen und diese präzise ansprechen. Facebook schaltet also Werbung, die direkt an jeden Nutzer adressiert ist. Die Werbeanzeigen tauchen rechts neben der Profilseite auf. Es lässt sich u. a. nach Schulabschluss, Arbeitsplatz, Beziehungsstatus und Geschlecht unterscheiden.
Dadurch kann der zentrale Paradigmenwechsel in der Werbung immer besser umgesetzt werden: Attention statt Interruption! So gibt es z.B. bei Fernsehwerbung einen großen Streuverlust, weil die Zielgruppe nicht präzise angesprochen werden kann. Auf Facebook kann dies vermieden werden, indem man eine Aufmerksamkeitsstrategie entwickelt. Wettbewerbe, Umfragen, Geschenke, “Fan of the week” oder ein Quiz können hier sehr hilfreich sein. Am besten ist es allerdings, wenn Fans die Werbung selbst gestalten und per Mundpropaganda verbreiten.
Quellen
- http://mashable.com/2009/09/22/facebook-pages-guide/
- http://mashable.com/2010/02/25/facebook-fan-page-ideas/
- http://www.facebook.com/adsmarketing/#!/FacebookAds?v=app_7146470109&ref=ts
- http://www.thomashutter.com/
- http://blog.facebook.com/
Facebook für Unternehmen
- Was ist eigentlich Facebook?
- Facebook Fanseite erstellen und einrichten (Tutorial)
- 7 Regeln für den Start ins Facebook-Marketing
- In drei Schritten zur Community mit einer Facebook-Seite
- Übersicht der Facebook Social Plug-Ins wie die Like Box & Gefällt mir-Button
- Facebook Social Plug-ins und der Datenschutz (Like Box & Gefällt mir)









Immer wieder schön zu sehen, dass Menschen das Potential von Facebook erkennen. Leider schrecken in Deutschland immer noch die meisten Unternehmen vor Facebook Marketing zurück. Dabei konnte man schon oft beobachten, dass eine gut gepflegte Fanpage die Werbewirkung einer traditionellen Kampagne um einiges übertrifft. Sobald man es geschafft hat eine Community zu gewinnen, die sich mit dem Unternehmen identifiziert, fängt Facebook Marketing an sich zu lohnen.
Sehe ich ganz genauso. Für diejenigen, die noch nicht viel über Facebook wissen, empfehle ich den verlinkten Artikel “Was ist eigentlich Facebook”.
[...] Warum könnte Facebook auch für Sie interesant sein: http://www.meck-online.de/allgemein/in-drei-schritten-zur-community-mit-einer-facebook-seite-fur-unt... [...]