WePad in der Geschäftswelt

3 Mai

Fast zeitgleich zum Marktstart von Apples iPad drängt nun auch die deutsche Firma neofonie mit ihrem lange Zeit im Verborgenen gehaltenen Konkurrenzprodukt auf den Markt. Ab einem Preis von 450 Euro soll der ausschließlich aus einem knapp zwölf Zoll großen Bildschirm bestehende Minicomputer dem Anwender Internet für unterwegs, Office-Funktionalitäten und Zusatzprogramme wie die des iPhone bzw. iPad bescheren. Marktvorteile erhoffen sich die Entwickler durch zusätzliche Schnittstellen wie USB und das restriktionsfreie Betriebssystem, welches unter anderem auch mit Flash umgehen kann.

Kein Wow-Effekt

WePad

Bei der ersten Pressekonferenz am 12.04. machte das ähnlich lautende WePad jedoch keine besonders gute Figur. Lediglich ein Endlosvideo wurde präsentiert, welches zwischenzeitlich in Folge eines Windows Systemfehlers unterbrochen wurde. Live-Präsentation und Wow-Effekt wie bei Apples Keynote gab es daher nicht. In einer zweiten, kleiner gehaltenen Pressekonferenz am 26.04. versuchte Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen die negativen Schlagzeilen vergessen zu machen. In einer Live-Demo zeigte er den zugelassenen Journalisten die Vorzüge des auf Linux basierenden Betriebssystems, welches (wie auch das iPad) per Touchscreen bedienbar ist. Auf den ersten Blick wirkt die Hardware solide, die Software hingegen muss bis zum angedachten Marktstart im August noch einige Verbesserungen durchlaufen. Sowohl die Usability als auch die Bedienbarkeit sind der Konkurrenz noch nicht ebenbürtig.

Multimedialer Alleskönner?

Dadurch, dass das WePad als multimedialer Alleskönner vermarktet wird, liegt der Fokus auf Endkunden, die nach dem Kauf des Gerätes im implementierten WePad Meta-Store Zusatzapplikationen kaufen sollen. Bis auf gängige Office-Lösungen mit Text- und Tabellenkalkulation hält das Gerät in dieser Hinsicht keinerlei Programme für Businessanwender bereit. Wie sich das Angebot bis zum Marktstart entwickelt, bleibt ebenso abzuwarten wie die Beantwortung sicherheitsrelevanter Fragen in Bezug auf das auf Linux basierende Betriebssystem.

Keine Restriktionen

Das WePad ist mit seinem offenen Betriebssystem jedenfalls das konkrete Gegenstück zum von Restriktionen behafteten iPad. Jeder soll mit dem WePad machen und auf ihm installieren können, was er gerne möchte. Diese Freiheit bedeutet im Gegenzug eine geringere Sicherheit. Ob das WePad international konkurrieren kann, bleibt abzuwarten. Der entscheidende Faktor zum Erfolg ist zweifelsohne die Unterstützung durch Software.

Großer Konkurrenzdruck

Apples AppStore zählt mittlerweile knapp 200.000 Anwendungen, darunter unzählige Business-Apps. Die Frage ist, ob die bis dato unbekannte, knapp 150 Mitarbeiter starke Firma neofonie genug Entwickler dazu bewegen kann, für das WePad Programme zu entwickeln, um den Nutzer ein reichhaltiges Softwareangebot zu bescheren. In diesem Zusammenhang soll das WePad zwar auch auf die Applikationen aus dem Android Market zurückgreifen können, wie und ob die Umsetzung der ursprünglich für Mobiltelefone gedachten Anwendungen gelingt, bleibt ebenfalls unbeantwortet. Nicht nur die Konkurrenz durch Apple, sondern jeder weitere namhafte Anbieter, der ebenfalls ein ähnliches Gerät veröffentlichen möchte, wird den Markt weiter anheizen und es neofonie nicht einfacher machen. Bis zum Verkaufsstart bleiben noch einige Monate. Zeit, in der neofonie ihr Bestes geben muss, um eine Totgeburt des WePad zu verhindern.

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